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[Zum Zeugen gewandt:]

Trugen die SS-Uniform mit der SD-Raute im Einsatz auch Personen, die mit dem SD nichts zu tun hatten?

HOEPPNER: Jawohl. Ich habe das bereits wiederholt ausgeführt.

DR. GAWLIK: Trugen diese SS-Uniform mit der SD-Raute auch Personen, die nicht der SS angehörten?

HOEPPNER: Jawohl.

DR. GAWLIK: Können Sie irgendeine Erklärung abgeben, warum Personen, die nichts mit dem SD zu tun hatten, die SD-Raute getragen haben?

HOEPPNER: Erstens, weil auch sämtliche Angehörigen der Sicherheitspolizei diese Uniform getragen haben; zweitens, weil überhaupt jeder Mann, der bei einem Einsatzkommando oder bei einer Einsatzgruppe Dienst tat, eine Uniform trug, und die einzige Uniform war die feldgraue SS-Uniform mit SD-Raute.

DR. GAWLIK: Warum trugen sie nun die SD-Raute?

HOEPPNER: Weil sie zur Uniform gehörte.

DR. GAWLIK: Ich habe keine weiteren Fragen.

VORSITZENDER: Haben Sie das Dokument 3876-PS vor sich?

HOEPPNER: 3876-PS?

VORSITZENDER: Ja. Dort heißt es:

»Als Anlage übermittle ich den neunten zusammenfassenden Lagebericht über die Tätigkeit der Einsatzgrup pen der Sicherheitspolizei und des SD in der UdSSR.«

Es ist dies der zweite Absatz – sehen Sie das? – der den Bericht beschreibt?

HOEPPNER: In meinem Dokumentenbuch sind verschiedene Dokumente abgeheftet. Ist es vom 27. Februar?

VORSITZENDER: 27. Februar 1942, Seite 17. Haben Sie es gefunden?

HOEPPNER: Jawohl, ich habe es.

VORSITZENDER: Sehen Sie, ganz am Anfang heißt es:

»... den neunten zusammenfassenden Lagebericht über die Tätigkeit der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD in der UdSSR.«

Und dann die erste Anlage. Heydrich fügt den neunten zusammenfassenden Lagebericht über die Tätigkeit der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD in der USSR bei.

HOEPPNER: Jawohl.

VORSITZENDER: Sie sagten, wie ich Sie verstanden habe, daß Sie nicht verstünden, warum es da SD heiße, weil die Einsatzgruppen die Buchstaben A, B, C und D hatten.

HOEPPNER: Jawohl.

VORSITZENDER: Das haben Sie doch gemeint, daß Sie nicht erklären könnten, warum der SD dort war?

HOEPPNER: Jawohl.

VORSITZENDER: Wollen Sie dann erklären, warum der Verteiler nicht nur die Leiter der Einsatzgruppen A, B, C und D nennt, sondern auch die Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD?

HOEPPNER: Darf ich mir erlauben, zu diesem Anschreiben etwas zu sagen?

Wenn von Einsatzgruppen und von Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei und des SD die Rede ist, dann ist diese Bezeichnung ungenau in diesem Anschreiben, denn es gab diese Bezeichnung im Osten nicht.

Es gab nur Einsatzgruppe A, B, C, D und Einsatzkommando 1, 2, 3 und so weiter.

VORSITZENDER: Nehmen wir an, daß dies der Fall ist. Warum sollten dann die Berichte an die Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD getrennt gesandt werden und auch eine Verteilung an die Einsatzgruppen erfolgen, wenn der SD nichts damit zu tun hatte?

HOEPPNER: Ich glaube, dann bin ich jetzt irgendwie mißverstanden worden. Es ist ein Bericht der Tätigkeit sämtlicher Einsatzgruppen vom Chef der Sicherheitspolizei des SD zusammengefaßt worden, der nun den einzelnen Einsatzgruppen zugeht, wie ich annehme, damit sie wissen, was bei den anderen Einsatzgruppen, also etwa die Einsatzgruppe D bei den Einsatzgruppen A, B und C vorgekommen ist.

VORSITZENDER: Ja, es wurde nicht nur an die Einsatzgruppen A, B, C und D gesandt, es wurde auch an die Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD gesandt. Ich frage Sie nun: Warum ist es an die Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD gesandt worden, wenn sie nichts damit zu tun hatten?

HOEPPNER: Ja, wahrscheinlich hat Heydrich gewollt, daß der Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau, daß die Höheren SS- und Polizeiführer von dem, was in diesen Einsatzgruppen getan worden ist, Kenntnis bekommen. Denn es ist ja auch an den Höheren Polizeiführer in Breslau und Dresden und so weiter, die also bestimmt mit der Tätigkeit der Einsatzgruppen nichts zu tun hatten, geschickt worden und an die Reichsverteidigungskommissare Königsberg, Stettin, Breslau.

VORSITZENDER: Nun, dann lautet also Ihre Antwort, daß Heydrich einen Fehler gemacht hat, als er es als die Tätigkeit der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD beschrieb, und wenn eine Verteilung auch an die Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD erfolgte, so war dies nur zu Informationszwecken, nicht wahr.

HOEPPNER: Jawohl.

VORSITZENDER: Sehen Sie den letzten Verteiler auf Seite 46 und 47, oder ist das der Verteiler eines anderen Berichtes: Es handelt sich um den Bericht vom 23. April 1942.

HOEPPNER: Ja, 23. April 1942.

VORSITZENDER: Und jetzt sehen Sie sich Seite 46 und 47 an.

HOEPPNER: Jawohl.

VORSITZENDER: Ungefähr in der achten Zeile sehen Sie im Verteiler: an SS Gruf. Dr. Kaltenbrunner, Wien.

HOEPPNER: Jawohl.

VORSITZENDER: Und in der zweitvorletzten Zeile steht: an den Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank.

HOEPPNER: Reichsminister Frick kann ich nicht finden.

VORSITZENDER: Ich sagte Frank.

HOEPPNER: Jawohl, zu Händen von Oberregierungsrat Dr. Schepers.

VORSITZENDER: Und dasselbe trifft auch zu für Seite 18 des Berichts vom 27. Februar 1942.

HOEPPNER: 27. Februar.

VORSITZENDER: Ja, 27. Februar 1942, es wurde an dieselben Leute verteilt?

HOEPPNER: Jawohl.

VORSITZENDER: Der Gerichtshof vertagt sich nun.